Während ich bei meiner Ankunft in Fethiye nach nur zwei Wochen – vollgepackt mit neuen Eindrücken – das Gefühl hatte, seit Monaten unterwegs zu sein; kann ich momentan garnicht glauben, dass ich schon zweieinhalb Wochen hier auf der Farm sein soll.

Das Leben hier ist ruhig und vorhersehbar, ein netter Kontrast zu der Zeit davor (und vermutlich auch danach). Ein paar Tage lang habe ich alleine Oliven geerntet, und hatte genug Zeit, um stundenlang zwischen den Olivenbäumen rumzulaufen und meinen Gedanken nachzuhängen.

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Ansonsten sammle ich normalerweise zusammen mit Mustafa, und während wir uns am Anfang so gut wie garnicht unterhalten konnten, reden wir mittlerweile über alles Mögliche. Ich habe es sogar geschafft, ihm die Geschichte von Aslan, dem LKW-Fahrer zu erzählen; und kann jetzt beim nächsten Mal im besten Türkisch antworten “Nein, ich möchte deinen Sohn nicht heiraten, wir kennen uns doch garnicht!” : D

Immer wieder lustig sind auch die Truthähne, die jeden Tag für Unterhaltung sorgen. Regelmäßig bei den Mahlzeiten warten ein paar von ihnen auf der Terrasse, die Dreisteren kommen auch mal direkt an den Tisch und versuchen, ein bisschen Brot zu erwischen. Zweimal hat es ein Truthahn über den Zaun rüber zu Mustafas Oliven geschafft (ist ja nicht so, als hätten wir selbst nicht genug), und ich hatte die Ehre, den Ausreißer per Hand wieder einzufangen, was eigentlich relativ einfach war.

Zwei Truthähne waren in Quarantäne, einer ist tot, einer wieder gesund; eine Henne hatte ein Kücken, dass es aber auch nicht geschafft hat und eine unserer Gänse wurde vor kurzem für Weihnachten ‘vorbestellt’. Auch das gehört hier dazu.

Der einizige Tag, an dem wir nicht auf der Farm waren, war letzte Woche, als Ali, Nils, Lena und ich uns Pınara angeschaut haben, eine antike Stadt in den Bergen. Der Ort ist bekannt für seine Felsgräber, die von außen in den Berg geschlagen und schon von weitem sichtbar sind.

Den Nieselregen morgens haben wir gekonnt ignoriert und kurze Zeit später dafür die Quittung kassiert. Während wir in den Ruinen rumgelaufen sind, habe ich noch hoch geguckt und gedacht “Wow, wie man den Regen im Kontrast zum Berg richtig fallen sehen kann”… nur war der “Regen”  – eine knappe Minute später bei uns angekommen – eine Art Hagelsturm, gefolgt von einem schönen Gewitter mit drum und dran. Bis wir wieder im Auto waren, waren wir natürlich alle klatschnass bis auf die Knochen, hatten aber eine Menge Spaß.

Auch hier wird es jetzt langsam “kälter”, wir essen seit ein paar Tagen meistens drinnen und machen seit neuestem sogar abends den Kamin an. Da die Verbindungen vom Rohr nicht ganz dicht sind, tropft regelmäßig dunkelbraune Flüssigkeit ins Wohnzimmer, wenn wir Feuer machen, und seit einigen Tagen tüfteln die Jungs daran, das hinzukriegen, bisher allerdings ohne Erfolg.

Vor ein paar Tagen waren wir abends zu Besuch bei Mustafa und seiner Familie, haben Erdnüsse und Feigen gegessen, Tee getrunken und nebenbei Dauerwerbesendungen im Fernsehen geguckt. Mit Zübeyde, Mustafas Frau, haben wir zwischendurch über Henna geredet und sie hat uns gezeigt, dass sie sich auch die Fingernägel damit färbt. Auf die Idee bin ich nie gekommen, aber es ist so viel praktischer als Nagellack, vorallem weil es länger hält. Tja und ratet mal, wer jetzt orange Fingernägel hat…

Hier noch ein paar Fotos (unglaublich, dass das geklappt hat), und damit bis zum nächsten Mal.

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