Es wird Zeit für ein paar Fotos

Ein neuer Rekord auf dem Weg nach Mersin: mit einem 36 Jahre alten Renault die Küste entlang, eine Antiquität für sich.

Dann mein ungeplanter Besuch in Tarsus bei Yusuf und seinen Geschwistern im Restaurant, wo ich ein bisschen mitgeholfen und mir nachmittags kurz die Innenstadt angeguckt habe. Übernachtet habe ich bei Zübeyde, vorher gab es noch Geburtstagstorte um Mitternacht mit der ganzen Familie für eins von Yusufs Kindern und an dem Abend habe ich zum ersten Mal ohne fließendes Wasser geduscht. Halb so wild, und was für eine Gastfreundschaft von Zübeydes Eltern, mir mitten in der Nacht noch das Wasser warm zu machen! Ich hätte wahrscheinlich im Schlaf “Das Bad ist den Flur runter links” genuschelt und mich wieder umgedreht.

In Adana hat es geregnet, also bin ich ziemlich lange in einer Moschee geblieben, die ich mir angeguckt habe, und habe kaum was von der Stat gesehen. Abends bin ich zum (echt kleinen) Flughafen gefahren und habe gefragt, ob ich für ein paar Stunden bleiben kann. In dem einzigen Café dort wurde ich direkt mit offenen Armen empfangen und vom Besitzer innerhalb einer halben Stunde so ziemlich dem kompletten Personal vorgestellt. Es war nichts los, da der nächste Flug erst um 2.00Uhr nachts ging, und nach und nach kam jeder mal vorbei, um Tee zu trinken. Sicherheitspersonal, Polizei, die Leute von der Information… mit allen habe ich mich unterhalten und war mal wieder begeistert, wie locker der Umgang hier ist. Das ich auf einer der Bänke im Café schlafen konnte, war natürlich überhaupt keine Frage!

Am nächsten Morgen wurde ich von einem Taxifahrer kostenlos zur Autobahnauffahrt gefahren und da dann von anderen Taxifahrern in ihrem Wartehäuschen zum Tee eingeladen. In Richtung Nevşehir wurde es langsam Winter, es lag überall Schnee und zwischendurch war es so neblig, dass Ali mit seinem LKW ganze 20km in einer Stunde geschafft hat.

In Nevşehir selbst war es dann richtig kalt, aber ich hatte das Glück, bei Aydın zu übernachten, der als professioneller Touristenguide arbeitet und trotz der Kälte mit mir nach Kappadokien gefahren ist. Ein wunderschöner Ort, ganz im Ernst.

Am nächsten Tag habe ich mir die unterirdische Stadt in Derinkuyu angeschaut, sieben Etagen tief und 4000 Jahre alt, gebaut als Zuflucht vor Feinden und genutzt von verschiedenen Gruppen bis ins frühe Mittelalter.

Dann folgte ein weiterer ungeplanter Zwischenstopp. Auf dem Weg nach Ankara habe ich morgens Esat und Ismail kennengelernt, die mich bei Verwandten zum Essen eingeladen und mir die Umgebung gezeigt haben. Dann habe ich in Aksaray den Rest der Familie und ein paar Freunde kennengelernt, wir sind zusammen durch die Stadt gelaufen und abends haben wir bei Esat und seinen Schwestern zusammengesessen. Seine Schwester hat mich zum Spaß abends geschminkt (ich hab keine Ahnung, wann ich das letzte Mal Make-up benutzt hab) und morgens haben wir in ihrem Friseursalon zusammen gefrühstückt. Ihre Freundin/Mitarbeiterin hat mir dann sogar noch kostenlos die Haare geschnitten. Was sagt man dazu.

Fortsetzung folgt.

Morgen verlasse ich die Türkei und mache mich auf den Weg nach Frankreich. Die nächsten Tage bin ich also mal wieder unterwegs und gurke mit türkischen LKWs durch Bulgarien und Serbien. Lustig, dass das schon drei Monate her sein soll.

Auf Wiedersehen, Türkei!

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1 thought on “Es wird Zeit für ein paar Fotos

  1. Mama

    hihi, mit einem 14 Jahre älteren Auto zu fahren, geht auch nur noch in deinem Alter gut; wenn ich das versuchen würde, wäre es wahrscheinlich ein Gefährt mit Flügelchen, ein Käfer mit geteilter Heckscheibe, oder so was ähnliches, was eher im Museum als auf der Straße zu finden wäre. Und ich bin besonders angetan von deinen Landschafts-Photos, die so etwas wie ein planetarisches Gefühl einfangen – sehr eindrucksvoll ! Und die türkische Gastfreundschaft ist ja sprichwörtlich – wie schön, dass du Sie in der Realität erfährst. Vielleicht versteht man so noch besser, wie enttäuscht die Türken in Deutschland von der schwach bis gar nicht ausgeprägten deutschen “Gastfreundschaft” sein müssen … ich hoffe, du hast zwischenzeitlich das warme Bett gefunden. Finde ich wirklich mutig von dir, durch den Winter zu trampen – paß weiterhin gut auf dich auf. Tausend und ein Küßchen und eine ganz dicke, wärmende Umarmung

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